Bündnis 90 / DIE GRÜNEN
Kreisverband Duisburg
Kardinal-Galen-Str. 23
47051 Duisburg
fon: 0203-330030
fax: 0203-332040
email:
kv@gruene-duisburg.de
Öffnungszeiten:
Mo-Do 12.30-14 Uhr
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Nach wie vor schockiert uns Grüne in Duisburg das Geschehene des letzten Wochenendes. Nach wie vor stehen wir fassungslos vor der Grausamkeit und dem schrecklichen Ausmaß dieser Katastrophe. Niemals hätte es dazu kommen dürfen. Gegenüber den Trauernden und Hinterbliebenen bleibt uns nur, unser aufrichtiges Beileid auszusprechen, den Verletzten Genesung zu wünschen und unsere ehrliche Anteilnahme auszudrücken.
Doch auch wenn die Zeit der Trauer noch anhält, werden bereits jetzt die berechtigten Fragen nach Verantwortung und Schuld für diese Tragödie gestellt, die auch wir uns stellen. Die Frage nach der Übernahme von Verantwortung derer, die an oberster Stelle für die Sicherheit aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Loveparade zuständig waren. Und was immer das, in den Augen fast aller Duisburgerinnen und Duisburger, unerträgliche Erscheinungsbild der Stadt in der Pressekonferenz vom Sonntag veranlasst haben mag: Herr Sauerland wird weder diese Stadt künftig glaubhaft vertreten, noch Orientierung bei der sensiblen Aufgabe der Bewältigung des Traumas bieten können. Und auch der für Sicherheit zuständige Dezernent Rabe, der im Vorfeld stets die Sicherheit der Veranstaltung betont hat, wird seine Aufgaben kaum mehr je glaubhaft wahrnehmen können. Wir kommen daher nicht umhin, beide Verantwortungsträger im Interesse der vielen Betroffenen des Unglücks, aber auch dieser Stadt und letztlich in ihrem eigenen Interesse zum Rücktritt aufzufordern.
Aber es bleibt auch die Frage nach einem politischen Zeichen. Auch wenn wir in die Detailplanungen und Sicherheitsvorkehrungen nicht involviert gewesen sind, und uns die Erteilung der Genehmigung nicht oblag. Auch wenn wir das Desaster in der Planungsphase erst nach der Katastrophe über die Medien erfahren konnten, so sind wir uns bewusst, dass wir zuvor im Stadtrat für die Durchführung der Loveparade in Duisburg gestimmt haben.
Klar ist aber auch: Das individuelle Hinterfragen von moralischer und politischer Verantwortlichkeit auf allen Ebenen bleibt ebenso unabdingbar wie eine umfassende Aufklärung von individueller Schuld und organisatorischem Versagen. Allein staatsanwaltschaftliche Ermittlungen reichen hier nicht, ebenso wenig Ermittlungen durch die, ebenfalls involvierte, Polizei. Letztendlich müssen sowohl alle individuell Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden, als auch alle institutionellen und sonstigen Einflussfaktoren und ihre Wechselwirkungen aufgedeckt und in Sicherheitsregeln und Konzepten für die Zukunft verankert werden.
Mit den Hinterbliebenen und Verletzten muss ein angemessener Umgang praktiziert werden, kurzfristig und auf Dauer. Die großen Herausforderungen, die sich in Folge der Katastrophe stellen, liegen noch vor uns. Wir wollen helfen, den Weg dafür zu ebnen.